Cosinuss One im OhrEine schwierige Geburt – So beschreibt sich der Einstieg bei mir mit dem Cosinuss One. Hannes und ich hatten das Cosinuss One schon auf der ISPO begutachtet und waren auch sehr interessiert es zu testen. Hannes entdeckte dann, dass der Preis von 150€ auf 99€ gesenkt wurde (mittlerweile anscheinend dauerhaft), und gab mir Bescheid ich mir den Cosinuss One am Abend doch noch kurzerhand bestellte.

Was ist „Cosinuss One“?

Genervt vom Pulsgurt? Dann könnte das Cosinuss One ein Alternative sein, wenn man nicht schon eine Uhr mit Pulsmessung am Handgelenk hat. Das Cosinuss One kann zusätzlich noch die Körpertemperatur aufzeichnen. Auch die Herzfrequenzvariablität kann aufgezeichnet werden.

Die Kommunikation erfolgt dabei via Ant+ (also ist bspw mit jeder Garminuhr koppelbar) oder via Bluetooth (mit diversen Apps nutzbar).

 

Die richtige Größe finden

Größe S & M im Vergleich
Größe S & M im Vergleich

Ich hatte mir das Cosinuss One in der Größe M gekauft, da ich eigentlich dachte, dass ich so kleine Ohren hätte. Laut der Tabelle hätte es auch passen müssen.
Das Paket kam an und ich stecke mir das Cosinuss One ins Ohr. Über die Cosinuss-Herstellerapp kann man sich anzeigen lassen, wie gut die Verbindungsqualität ist. „Gering“ – das kann doch nicht sein. Ich fragte Hannes, der sich das Cosinuss One auch gekauft hatte, wie fest das Ding sitzen sollte. Er schickte mir ein Foto und ich versuchte es nochmal fester ins Ohr zu bekommen. Die Quittung folgte dann am nächsten Tag: Mein Ohr tat weh!
Ich schrieb die Firma über Twitter an und bekam sehr schnelle Antworten, die mir dazu rieten die kleinere Größe „S“ auszuprobieren.
Ich beantragte also den Austauscht und bekam wenige Tage darauf die neue Größe.
Die Größe passte deutlich besser und saß tiefer im Gehörgang.

Auf dem Bild sieht man die Größen S & M im Vergleich.

Anlegen vom Cosinuss One

Wie man das Cosinuss One anlegt wird in dem Video von Cosinuss gut erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=JfOWGxhsnmI+

…beim Laufen

Ziemlich komisches Gefühl auf einem Ohr etwas „taub“ zu sein. Normalerweise ist man doch etwas musikalische Beschallung gewöhnt, wenn man so einen Fremdkörper im Ohr hat ;)
Ich installierte mir das „Data field for Cosinuss“ und lief los. Die Temperaturanzeige funktionierte und am Anfang stand auch ein sehr sinnvoller Wert da.
Nach einem Kilometer sank die Körpertemperatur aber immer weiter. Das kann nicht sein! Mit der Körpertemperatur hätte kein Mensch überleben können.

Ich schrieb erneut Cosinuss an und erhielt eine etwas unbefriedigende Antwort:

Komisch, dass Jan Frodeno – Markenbotschafter von Cosinuss – auf allen Fotos kein Stirnband oder Mütze trägt, die über das Cosinuss One gehen. Dieser Punkt wird auch nirgendwo bei Cosinuss erwähnt. Natürlich gut, dass sie an einer Verbesserung arbeiten, aber davon habe ich jetzt auch nichts mehr. Ich werde bei 30°C sicherlich nicht mit Stirnband rumlaufen ;)

…beim Rennrad fahren

Beim Rennrad fahren war es schon ziemlich ungewohnt auf dem rechten Ohr etwas weniger zu hören. (Niemals würde ich es links tragen). Während der Fahrt lockerte es sich immer wieder leicht, sodass ich es immer wieder mal etwas reindrücken musste.

…beim Spinning

Abschlusstest: Wie sieht es beim Spinning aus? Beim Spinning ist man eher selten Wind ausgesetzt, der die Messung verfälschen könnte.

Messung Cosinuss One
Aufgezeichnet mit dem Cosinuss One (via Bluetooth)
Spinning Gesundheitstag 2016
Gleichzeitige Messung mit dem Garmin Forerunner 920XT und einem Garmin Pulsgurt

Die Körpertemperaturkurve sieht zuverlässig und gut aus, bei der Herzfrequenzkurve vom Cosinuss One fehlen mir einige Spitzen (bitte nicht vergessen, dass die Beschriftung der Y-Kurve unterschiedlich ist).

Zudem gab es hin und wieder Verbindungsabbrüche zur App – Ich hatte während der ganzen Spinningstunde ein Blick aufs Display und mein Handy musste sich öfters (schätzungsweise 3-4x neuverbinden). Diese Verbindungsabbrücke sieht man aber in der Kurve nicht wirklich wieder.

 

Die Daten

Die Aufzeichnung ist Stand (13. September 2016) noch nicht mit den Garmin Uhren möglich. Jedenfalls nicht als einzelnes Datenfeld. Man kann zwar bei einigen Uhren das Cosinuss als Temperaturfeld verbinden, aber dass bringt so gut wie gar nichts, da keine Nachkommastellen aufgezeichnet werden und das ist bei der Körpertemperatur schon notwendig. Da Garmin gerade das FIT Protokoll erweitert hat wird es aber nur eine Frage der Zeit sein bis das oben genannte Datenfeld für Cosinuss One die Daten aufzeichnen wird, sodass die Daten auch bald darauf in Runalyze importiert werden können.

Über die Cosinuss eigene App werden die Daten aufgezeichnet, aber sind nur als CSV exportierbar. Ziemlich unpraktisch. Ein TCX oder FIT Export wäre wirklich besser.

Fazit!

Das Cosinuss One ist leider noch nicht so ausgereift wie ich es gerne hätte.
Die Herzfrequenzaufzeichnung ist einigermaßen in Ordnung, aber nicht vergleichbar mit einem Brustpulsgurt oder Messung am Handgelenk.
Die Körpertemperaturmessung funktioniert einwandfrei, wenn man sich nicht draußen befindet, sondern im Fitnessstudio, bei der Arbeit oder einfach mal so zwischendurch einen Blick auf den Puls werfen möchte. Die Abschirmung vom Cosinuss One ist einfach nicht vorhanden. Ich hoffe, dass Cosinuss hier schnell nachbessert und eine weitere Generation vorstellt und auf den Markt wirft.

Die Größen werden auch weiterhin ein Problem bleiben. S, M, L ist meiner Meinung nach zu wenig. Es sollte, wenn überhaupt noch möglich Zwischengrößen geben. Zudem wäre es eine Überlegung wert, ob man nicht einfach Beispielgrößen zum Testen beilegt (damit man im Notfall beim Austausch nicht doch wieder falsch liegt) oder man sich vor dem Kauf eine Probepackung von den Größen zuschicken lassen kann.

Ob ich mir das Cosinuss One nochmal kaufen würde? Im Augenblick nicht – Einige Probleme mit der Messung mögen zwar an der nicht perfekten Passform in meinem Ohr liegen, aber für die Herzfrequenzmessung würde ich im Augenblick weiterhin zum Pulsgurt greifen.

Der Preis von 99€ ist ziemlich fair und mit den ganzen Entwicklungskosten etc eingerechnet sogar ein ziemlich guter Preis. Zeitgleich ist 99€ aber auch meine Schmerzgrenze.

Ich versuche den Artikel nochmal zu aktualisieren, wenn die Körpertemperatur auch im FIT-Dateiformat landet, sodass ich nochmal ein Vergleich zwischen ANT+ und Bluetooth anstellen kann.