Lübeck Marathon [23.10.2011]

      2 Kommentare zu Lübeck Marathon [23.10.2011]

Lübeck Marathon

Lübeck Marathon


Ich bin wieder hier, in meinem Revier.
So schön ein Marathon auch ist. Man ist danach wirklich wieder froh, im warmen Zuhause zu sitzen/liegen und zu entspannen und seine Gedanken vom Marathon zu sortieren.

Am Besten ich fange mal am Anfang an.
Da ich am Samstag schon um 9 ins Bett ging war für genug Schlaf gesorgt.
Am Sonntag um Viertel vor 6 aufzustehen, muss man trotzdem nicht jedes Wochenende haben.
Geduscht, leichtes Frühstück (3 Toast mit Honig) und nachdem die letzten Vorbereitungen abgeschlossen waren, ging es um halb 7 Richtung Lübeck.
> An dieser Stelle möchte ich meiner Mutter danken, die mich heute hin- und zurückgefahren hat, Fotos geschossen hat und mich nach dem Marathon in Beobachtung hielt. Danke!
> Alleine würde ich nie zu einem Marathon fahren. Man kann seinen Körper einfach nicht einschätzen, wie er auf so einen Hochleistungssport reagiert.
Viertel vor 8 waren wir dann beim Haerder Center in Lübeck, bei der Startunterlagenausgabe, angekommen. Nun war noch viel Zeit bis zum Start.
Ich vertrieb mir die Zeit mit Musik hören, um mich nochmal mental auf den Marathon vorzubereiten.

"Große Schritte"

"Große Schritte"

Vor dem Start besuchten die meisten Läufer noch die Dixie-Klos in Dixieland-Paradies. Interessanterweise waren, trotz der geringen Anzahl von Dixies, genug vorhanden, sodass sich keine Schlangen bildeten.
Startschuss um 10 Uhr. Es ging los. Mit Musik auf den Ohren und einem guten Gewissen startete ich in den Wettkampf.
Die ersten 6km flogen an mir vorbei (oder ich an ihnen?).
Immer wieder guckte ich auf die Uhr. Viel zu schnell! Ich versuchte mich immer wieder zu bremsen. Kurzzeitig klappte es auch hin und wieder, aber dies hielt dann nicht lange.
Aufteilung der Kilometer

Aufteilung der Kilometer


Zur Erklärung der Grafik. Der 9. & 10km sind deshalb so ausgerissen, da meine Uhr im Herrentunnel kein GPS Signal bekam. Und somit gleich zum nächsten Thema:

Der Herrentunnel
Der Herrentunnel ist nicht gerade anspruchslos.
„Der Herrentunnel hat eine Länge von ca. 800m und senkt sich am Fuß bis auf 31m unter dem Meeresspiegel (Steigung 6%).“
Bergab bin ich den Herrentunnel locker, aber flott runtergelaufen. Die Musikbeschallung hat den meisten Läufern sicherlich auch gut geholfen, den Tunnel wieder hochzukommen. Auf dem Hinweg lief ich auch noch relativ flott Richtung Ausgang.

Höhenprofil des Lübeck Marathons - Einfach sieht anders aus

Höhenprofil des Lübeck Marathons - Einfach sieht anders aus

Die darauffolgenden Kilometer waren landschaftlich eher eintönig. Einzig die Moderation von Hans-Erich Jungnickel war noch hervorzuheben. Ohne ihn würde mir etwas bei den Wettkämpfen fehlen. Danke für deine toller Moderation. Meinen Namen erwähnte er leider nicht, aber das lag wohl eher daran, dass Verena Becker kurz hinter mir war.

Der Weg zum Ziel

Der Weg zum Ziel

Ein paar Kilometer später wurde der Läufer für die Strapazen belohnt. Der Blick über Travemünde. Sehr schön. Werde ich nicht allzu schnell vergessen.
Ein Blick auf die Uhr. Es lief gut. Zu gut? Die härtesten Kilometer würden noch kommen. Mir kam der erste Läufer entgegen. Bald musste es also soweit sein.
Okay, bald hieß für mich 2km, aber immerhin.
20km to run. Immerhin. Jetzt beginnt die Kopfarbeit. Die letzten 20km am Besten in 5km Abschnitte einteilen und nicht zu oft auf die Uhr bzw. Kilometeranzahl zu achten.
Die Kilometer begannen sich langsam in die Länge zu ziehen und die Ansteigungen machten sich langsam bemerkbar. Egal! Weiterkämpfen & Schmerzen vergessen.

Nach bzw. während des Durchlaufens des Herrentunnel begann der eigentliche Kampf. Kurzzeitig gehend im Herrentunnel versuchte ich mich zu konzentrieren und zu motivieren. Soweit war das Ziel nicht mehr entfernt, aber die letzten 7km sind die „Schwersten“ beim Marathon.
Wenn man den Split vom Lübeck Marathon oben ansieht, sieht man, dass es genauso war. Der Mann mit dem Hammer stand vor der Tür.
Ich fing an zu rechnen. Sub 3:10 waren noch möglich, aber meine Beine waren schwer. Ich hatte noch genug Power, aber die Beine wollten nicht ganz so, wie ich. Ich fing an nach 800m immer wieder zu schnell zu gehen. Keine Zeit um Stehen zu bleiben.

Noch 3km. Innerlich verärgert. Es sah verdammt knapp aus mit der Sub 3:10. Wobei fast 15 Minuten für 3km echt viel sind.

Beim letzten Versorungsstand nahm ich noch einen Becher Wasser und irgendetwas, was geschmacklich Schokolade ähnelte, aber irgendwie leicht glibbrig sich anfühlte. Egal es gab Energie.
Ich gewann den inneren Kampf und den Kampf mit den Beinen. Die letzten 1 1/2km konnte ich wieder etwas Tempo aufbauen.
Lauf schneller, du Sau“ – Selbstbeleidigung gehört dazu.

Das Erdinger Alkoholfrei danach - Eine Wohltat!

Das Erdinger Alkoholfrei danach - Eine Wohltat!

Ich konnte leider nicht die Sekunden mehr sehen, die mir übrig blieben, um unter den sub3:10 zu bleiben.
Erst kurz vor dem Ziel, der letzte Blick auf die offizielle Uhr. Es wird eine sub 3:10 Zeit.
Ich zog noch an einer Halbmarathonläuferin vorbei und war endlich im Ziel.

Einige Sekunden brauchte ich, um zu kapieren, dass ich meinen zweiten Marathon hinter mir gebracht hatte. Und das fast! 15 Minuten schneller (als der Hamburg Marathon)

Nachdem ich mir noch eine Massage im Massagezelt gönnte (Ouhja – Das tat gut!), guckte ich noch bei der Siegerehrung zu und ließ mir dann noch meine Urkunde ausfüllen.
Die ganze Zeit spielte mein Kreislauf gut mit, doch während ich bei der Schlange für die Urkunden anstand, brach mein Kreislauf leicht zusammen. Schnell raus aus dem Raum. Nach ein paar Minuten und 2 Traubenzucker später, ging es mir wieder einigermaßen besser. Noch etwas wackelig auf den Beinen holte ich die Urkunde ab und es ging zurück zum Auto. Zum Glück musste ich nicht fahren, sondern konnte entspannen.

Massage - Das tat sooo gut!

Massage - Das tat sooo gut!

Was bleibt noch zu sagen?
Ich bin zufrieden. Auch wenn ich das Ziel sub3:10 nur knapp erreicht habe, aber vielleicht hätte ich dafür eine Strecke mit wenigeren Höhenmetern aussuchen müssen.
Es war ein schöner Tag. Ich bin heil zu Hause. Lübecks Innenstadt ist wirklich schön (und ich werde wohl dieses Jahr mal zum Weihnachtsmarkt nach Lübeck).
Trotz des eher kleineren Marathons waren genug Zuschauer an den Rändern, die einen auch wirklich gut anfeuerten. Viele Streckenposten, die bis auf zwei Ausnahmen mir den kürzesten Weg/Richtung anzeigten.
Danke!
> Und danke für das Sponsoring von meinen Eltern! :)

Die Daten nochmal zusammengefasst:
Wettkampf: 4. Stadtwerke Lübeck Marathon
Zeit: 03:09:36,7 (netto)
Strecke: 42,195km (Marathon)
Gesamtplatz: 37. von 374 Finishern
Altersklassenplatz: 1./2. MJA (-1:32:27h)
Genauer Daten (Minuten/km, Puls etc.) gibt es hier.

In diesem Sinne (und in der Hoffnung, dass es morgen nicht ganz so schlimm aussieht):
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=m-hCuYjvw2I]

Euer Michael

2 thoughts on “Lübeck Marathon [23.10.2011]

  1. Laufhannes

    Da hast du ja gleich den ausführlichen Bericht geschrieben – schön.

    Glückwunsch zu dem Marathon! Lübeck ist nicht die beste Strecke und knapp das Ziel geschafft heißt immer noch, dass du dein Ziel geschafft hast. Da ist eine 2:59 für einen kommenden Marathon durchaus realistisch.

    Erhole dich gut im Winter.

    Reply
  2. Marathon

    Hallo

    toller und sehr ausfürhlicher Bericht. Deine Marathonzeit ist sehr beachtlich,wünschte ich könnte so schnell laufen.

    Mach weiter so

    Gruß Marathon

    Reply

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