7. Hamburger Nachtlauf (17. Juni 2011)

7. Hamburger Nachtlauf

Ich ärgere mich auch jetzt noch. Sub 1h nicht geknackt. Es ging einfach nicht.
Es war nicht mein Tag. Aber dennoch so knapp.
Aber beginne ich mal von vorne.
Nach der Arbeit fuhr ich dann gegen kurz nach 5 nach Hamburg. Ich war schon den ganzen Tag am überlegen, ob ich am Lauf teilnehmen werde/möchte. Ich war irgendwie müde und meine Beine fühlten sich schwer an.
Aber wer wäre ich, wenn ich nicht starten würde. Gegen halb 7 war ich dann in Hamburg und hatte dann tatsächlich ein Parkplatz – zwar etwas weiter weg – gefunden.
Auf der Suche nach dem Start (irgendwie hat mich mein Handy falsch geführt) bin ich schon ein großes Stück der Strecke abgegangen, bis ich dann merkte, dass ich falsch herum ging.

Habe dennoch einen Läufer & eine Läuferin gefragt, die gerade vorbeiliefen (da ich halt dachte, dass die auch am Hamburger Nachtlauf starten). Die Läuferin schnauzte mich nur an “NICHT BEIM LAUFEN!”. Und ich dachte Läufer/innen sind nett. Man kann das auch in einem anderen Ton sagen.

Den letzten Kilometer zum Start habe ich dann noch zum Einlaufen genutzt, da ich sowieso schon sehr spät dran war. Bei der Wiese angekommen holte ich dann meine Startunterlagen ab. Zog mir das Laufshirt an (da alle im selben Laufshirt starten müssen). Aber Moment irgendwie passt das nicht. Ist aber Größe M. Hatte sie doch tatsächlich in die falsche Kiste gegriffen und ein “weibliches Shirt” in Größe M rausgegeben. Nach einem weiteren Missverständnis bekam ich dann das Shirt in Größe L. L ist mir zwar zu groß, war mir dann auch egal. Noch kurz aufgewärmt und gedehnt ging es auch schon zum Start.
Wie sich am Ende herausstellte habe ich mich auch genau richtig positioniert.

Zur Strecke:
Die Ansteigungen auf der Strecke hielten sich sehr in Grenzen und allgemein könnte man die Strecke als flach bezeichnen. Schön abwechselnd mit Asphalt und Schotter als Untergrudn. Die paar Brücken über die man läuft sind nicht tödlich. In der zweiten Hälfte der 15km waren zwei der Brücken aber auch nicht ganz zu unterschätzen. (2-3 Sekunden über angestrebten Pace). Aber da es danach immer wieder ein kurzes Stück bergab ging, waren die Brücken also kein Hindernis.

Die erste Runde lief gut. Ich konnte mit den anderen Läufern vor mir mithalten. Nach der ersten Runde einen Schnitt von ca. 3:54. Zufrieden, aber ich merkte langsam, dass meine Beine wieder schwer wurden. Ich schaffte es in der zweiten Runde nicht mehr meinen Pace unter 4 Minuten zu halten. Ich ärgerte mich schon. Lag es an zu viel Training und zu wenig Erholung? Auf den letzten zwei Kilometern merkte ich, dass es richtig eng wurde. Ich höre hinter mir die Schritte und sah vor mir noch zwei Läufer. Ein Organisator ging in die Gegenrichtung vorbei und sagte auf welchem Platz man sei. Platz 17. Ein Blick nach hinten. Die Läufergruppe, bestehend aus 3 Läufern, kam immer näher. Ich versuchte nochmal anzuziehen. Keine Energiereserven mehr vorhanden. Auf dem letzten Kilometer war es dann klar. Ich konnte zwar mich wieder auf einen Pace von 03:56 steigern, aber mehr war nicht rauszuholen. 750 Meter vor dem Ziel überholten sie mich.
Ein letzter Versuch an die Gruppe ranzukommen. Es klappte nicht. Das Ziel war in Sichtweite. Rechts und links wurde man bejubelt (ein gutes Publikum). Endspurt. Ich sah noch wie die Uhr auf 01:00:xx umsprang. Vorgenommenes Ziel nicht erreicht. Endzeit (Netto): 01:00:17

Hätte ich in letzter Zeit nicht so viel trainiert und wäre mein langsam echt nervender Husten nicht gewesen, wer weiß, dann hätte es vielleicht mit dem Ziel Sub 1h geklappt. Dieses Ziel muss ich dann wohl auf einen späteren Wettkampf verschieben.

Auch wenn ich mich heute (am Tag darauf) noch über den Lauf ärgern werde, muss ich sagen, dass es eindeutig ein schöner Lauf war. Tolles Publikum und eine tolle Stimmung.

Die Rückfahrt war dann noch sehr entspannend. Danach fiel ich aber auch wie Tod ins Bett und heute noch bis 10 im Bett.
Heute gab es dann noch eine kurze Auslaufrunde (knappe 5km).

Die Daten:
Länge: 15km
Platz (M/W): 20
Zielzeit (Netto): 01:00:17
Zielzeit (Brutto): 01:00:20
Pace: 04:01 min/km

Jetzt sind es noch zwei Wettkämpfe in der kommenden Woche (wobei da noch nicht klar ist, ob ich daran teilnehmen werde, da der Husten/Erkältung stört und es nicht unbedingt gesund ist, damit zu laufen) und danach ist die Sommerwettkampfsaision auch schon fast vorbei. Erst in fast genau einem Monat gibt es wieder ein Wettkampf.

Mal sehen, ob ich es dieses Jahr schaffe einige Einträge und Impressionen von der Kieler Woche 2011 euch hier zu präsentieren. So, Stay tuned! :)

Hamburg Marathon 2011

Hamburg Marathon 2011
Rechte liegen bei HamburgerJung auf flickr


Speed is sex – Distance is love
Wer den Spruch gestern beim Hamburg Marathon auf einem Shirt von einem Läufer gesehen hat, hat mit 99% Wahrscheinlichkeit mich gesehen.

Es war mein erster Marathon und dieser leider nicht unter den besten Bedingungen:

  • Hitzeschlacht (zwischen 23 und 28°C) + schwüle Luft
  • Während der ganzen Woche schon Schnupfen
  • Die Wade machte sich auf den letzten 14km extrem bemerkbar

Der Morgen und die Hinfahrt
4:50 – Guten Morgen – Du wirst heute ein Marathon laufen.
Wie? Ich konnte es nicht glauben. Nach dem ganzen Training in den letzten Wochen und Monaten war es nun weit. Der Tag. Es war schon morgens um diese Uhrzeit relativ warm. 16°C.
Erstmal geduscht – ein wenig Nahrung zu mir genommen. Und auf ging es nach Hamburg.
Naja. Erstmal ging es in Kiel zur Zippels Läufer-Welt. Von dort aus ging es mit anderen verrückten Läufern zum Hamburg Marathon. Die Startunterlagen bekam man vor dem Bus ausgeteilt. Die Fahrt war ruhig. Man entspannte, hörte Musik. Ruhte sich aus. Es war “der große Tag”. Ein unglaubliches Gefühl.
In Hamburg angekommen waren es nur wenige Meter.

Gegen halb 8 waren wir also in Hamburg angekommen. Man bereitete sich vor. Toilettengang. Letzte Nahrungsaufnahme. Nochmal zur Ruhe kommen. Sich seelisch und körperlich(dehnen) auf den Marathon vorbereiten.

Der Start
8.40: Auf zum Start. Langsam füllten sich die Starterblock. Ich startete im Block D. Damit waren perfekte Startbedinungen gegeben. Was aber sehr auf Zufall beruhte.

KM 0-20
Dass ich die ersten 20km (Pace 4:20) – vor allem die ersten 10km (Pace 4:04) – viel zu schnell angegangen bin, war mir schon während des Laufens klar. Aber ich konnte mich nicht bremsen. Habe es immer wieder versucht, aber es ging nicht.
Das Publikum, das Gefühl gerade ein Marathon zu laufen, machte dies einfach unmöglich.

KM 20-40
Irgendwann ab km 25 geschah dies aber von selbst. Die Beine machten sich langsam bemerkbar und leider auch die Wade. Ich musste ständig anhalten und nachdehnen. Es nervte. Ich kam nicht mehr ordentlich in Schwung.
Gefühl war mein Gehirn fast vollständig abgeschaltet und lief nur noch im “Laufen”-Modus.
Die Kilometer zogen sich immer weiter in die Länge.
Ich wurde müde. Beine immer schwerer und die Wade verkrampfte sich immer öfters. Ich musste immer öfters anhalten. Das Publikum machte mir immer wieder neuen Mut und ich lief immer wieder weiter. Auch wenn die Aussagen “nur noch 12 bzw. weniger KM)” sich teils wie eine unendliche Länge anhörten.
Wasserstelle um Wasserstelle kämpfte ich weiter.

Ab KM 30 stieg die Pacezeit auf über 5 Minuten. Mir war es egal.

Aufgeben? Niemals. Es ist mein erster Marathon und den möchte ich auch durchlaufen – egal wie schmerzhaft das ist. Die Mauer war also da, aber ich überwand sie. So schwer es auch war. Ich brauchte viele viele Anläufe um mindestens wieder einen Kilometer durchzulaufen.
Die Temperatur machte sich bemerkbar. Schon 750m nach den jeweiligen Wasserstellen trocknete mein Mund aus. Jede Wasserstelle war ein tolles Gefühl. Sich pitschnass machen. 3 Becher Wasser trinken und wieder langsam anzulaufen.

KM 40-42,195
Nie, wirklich nie habe ich so mit meinem Körper kämpfen müssen. Ich wusste, dass es nur noch so wenige Km waren. Ich wusste, dass wenn ich im Ziel bin, alles gut ist. Der Traum wahr werden würde und das auch noch in einer akzeptablen Zeit für den ersten Marathon.
Die letzten Kilometer fühlten sich wie die Hölle an und gleichzeitig war mir klar, gleich hast du es geschafft. 42,195km am Stück gelaufen.
Es ging noch mal ein Stück bergauf. Heftig. Danach aber war es so weit. Die Zielgerade. Ich konnte sie sehen. Geschätzte 400m. 400m die sich in die Länge zogen.
Aber das Gefühl von links und rechts auf den letzten Metern nochmal so richtig angefeuert zu werden.
Ich war einfach nur noch glücklich. Die Zeit war mir zu dem Zeitpunkt nur noch total egal.
Ich sehnte mich nur noch nach Wasser und ein bisschen Ruhe. Ich hob die Arme, wollte noch mehr vom Publikum hören. Es wurde lauter. Die letzten zwei Zielmatten waren zu sehen. Nur noch wenige Meter.
Fertig. Im Ziel.
Was war und ist das für ein geiles Gefühl. Das weitergehen viel schwer. Erstmal was trinken. Ein kleiner Wassereimer mit Bechern und einer Helferin standen dort und gaben den Läufern im Ziel was zum Trinken. Ich trank erstmal x Becher.
Weiter ging es zur Medaillenausgabe. Ich war begeistert. Vielleicht sah man es nicht an meinem Gesichtausdruck.
Ein Foto mit der Medaille im Mund und weiter ging es.

Down
Ich musste mich erstmal hinsetzen. Ein bisschen schwindelig und total k.o. saß ich dort.
Wieder aufgestanden und sicherhaltshalber Puls im Zelt überprüfen lassen und kurz hingelegt.
Es war aber geschafft. Aus dem Zelt ging es wieder raus. Ich fühlte mich sehr beschwingt. Einfach glücklich. Von Rewe gab es Verpflegungstüten mit einem Apfel, Banance, zwei Getränken und einem Riegel.

Up
Mir ging es wieder besser. Ich setze mich trotzdem einfach wieder auf den Boden. Dort wo alle lagen/saßen. Der Asphalt war schön warm. Die Beine fühlten sich mit dieser Wärme sehr wohl. Einige Minuten saß ich dort, bevor ich zum “Soforturkunde” Stand ging um mir mein Ergebnis genauer anzugucken. Ich bin tatsächlich noch 3. in meiner Altersklasse geworden. Unglaublich! Ein Pokal würde ich noch nachgeschickt bekommen.
Nun ging es zurück zum Bus und zog mir erstmal gemütliche und warme Klamotten an.

Rückfahrt
Gegen kurz nach 4 ging es zurück nach Kiel. Zippels gab einiges zum futtern aus. Süßigkeiten, Äpfel, Bananen…
Im Bus fing es leider an – aufgrund der etwas engen Beinfreiheit, dass ich einige Krämpfe bekam.
In Kiel angekommen wurde ich abgeholt. Das Aussteigen aus dem Bus war schwierig. Treppen hoch geht. Aber beim Treppen runtergehen verkrampfte sich die Oberschenkel so stark, dass ich ein paar Sekunden so stehen bleiben musste. Muss komisch ausgesehen haben ;) . Schließlich habe ich es trotzdem noch aus dem Bus in den Wagen geschafft. Zu Hause angekommen ging es mir doch sehr gut.
Ich gönnte mir eine Pizza. Trotzdem blieb der “ganz große” Hunger bis zum Schlafen gehen aus. Um 21 Uhr lag ich schon im Bett und wenige Minuten später schlief ich schon tief und fest.

Es ist immer noch unglaublich. Ein großartiges Gefühl.
Ein Artikel zu dem Zustand am Montagmorgen und über den Tag folgt am Dienstag.

Fazit: Der nächste Marathon kommt bestimmt und vielleicht sogar noch dieses Jahr!

Die Daten:

  • Startnummer: 1714
  • Altersklasse: MJA
  • Platz (AK): 3
  • Platz (M/W): 1071
  • Platz (Gesamt): 1165
  • Zielzeit (Netto): 03:24:18
  • Zielzeit (Brutto): 03:25:55

Hamburg Marathon: Die letzten 14 Stunden

Morgen um 9 Uhr ist es soweit. Dann wird man den Startschuss hören. Ich bekomme jetzt schon Gänsehaut bei diesem Gedanken.
42,195.
Outfit
Links im Bild seht ihr mein Outfit für den Hamburg Marathon.
Ich würde mich natürlich freuen, wenn ihr beim Hamburg Marathon mitlauft/zuguckt und mich grüßt/anfeuert. Ich grüße dann natürlich zurück. (wenn ich es mitbekomme ;) )

Welche Zeit ich von mir erwarte?
Ich mag mich eigentlich beim ersten Marathon nicht festlegen. Wenn aber alles gut läuft wird es eine Zeit zwischen 3:15h und 3:30.

Aufgeregt?
Wenn ich daran denke, dass ich morgen meinen ersten Marathon laufen werde fängt mein Herz schon schneller an zu schlagen.

Sachen packen:
Die Frage ist natürlich. Habe ich alles eingepackt? Nichts vergessen? Da ich morgen früh (eher früh früh) erst nach Hamburg gefahren werde (Bustour) muss ich natürlich schon heute alles ordentlich packen. Ich bin nun gerade dabei die restlichen Sachen ein zupacken. Ich hoffe mal, dass ich nichts vergessen habe.
Morgen früh heißt es dann auch nur noch: Aufstehen, duschen losfahren.

Was ich jetzt gemerkt habe: Dieses Wochenende hat sich mein Kopf total auf den Marathon eingestellt. Zwar ist es bei mir fast normal, dass ich immer ans Laufen denke, aber nur daran zu denken ist schon merkwürdig.

Da es morgen früh losgeht: Gute Nacht! Und an alle die ich morgen dort sehe: Bis dann und Happy Running!

Hamburg Marathon

Ich wollte eigentlich viel mehr übers Laufen schreiben.
Bisher waren es nur Artikel über meine Wettkämpfe.
Ich versuche ab jetzt mindestens 1x in der Woche ein Artikel zu verfassen, der entweder Informationen über meine Ausrüstung, Tools, Training enthält.
Vor allem kommt demnächst ein Bericht zu meinem großen Gewinn vom Brooks-Adventskalender. (Ja ich weiß lange her).

Jetzt aber zum eigentlichem Thema.
Ich habe mich Ende Januar für den Hamburg Marathon angemeldet. Da es mein erster Marathon sein wird, habe ich bei Zippels mir die Hin-/Rückfahrt und ganze Organisation gleich dazugebucht. Kostet etwas mehr. (Gesamt: Anmeldegebühr x 2). Aber man gönnt sich ja sonst nichts.

Letztes Jahr war es mir schon klar, dass ich dieses Jahr an einem Marathon teilnehmen werde. Und wenn beim Hamburg Marathon alles glatt läuft, wird dies auch sicherlich nicht mein letzter Marathon gewesen sein.

Mein aktueller Trainingszustand ist gut, aber noch nicht perfekt. Nach einer 1 1/2 monatiger verletzungsbedingter Pause bin ich seit knapp einem Monat wieder mit vollem Trainingsumfang dabei. Aber die Kondition und Geschwindigkeit ist noch nicht vollständig zurück ;)